Return on Invest

Der Return on Invest, kurz ROI, ist eine Kennzahl, die gerne herangezogen wird, um eine ERP Implementierung zu bewerten. Der ROI spiegelt dabei das prozentuale Verhältnis zwischen Gewinn und dem investierten Kapital wieder. Nachträglich lässt sich der Return on Invest einer ERP Einführung relativ gut bestimmen. Doch wird er auch gerne als Prognosekennzahl genutzt.  Die Bestimmung des Return on Invest für zukünftige Investitionen ist jedoch nicht so einfach. Das beginnt schon bei der Bestimmung der genauen ERP Kosten.

Die Ermittlung des Total Cost of Ownership (TCO)

Die ERP Kosten beinhalten Lizenzgebühren sowie Kosten für Support und Wartung. Dazu kommen Implementierungskosten wie zum Beispiel Schulungen, Workshops, Konfigurationen und Anpassungen. Neben Faktoren wie eben Anpassungen oder unvorhersehbare Schwierigkeiten in der Projektabstimmung können aber auch die Erweiterung der bestehenden Hardware sowie Adminkosten für den Betrieb eine Rolle spielen und Bestandteil des Total Cost of Ownership (kurz: TCO) sein.

Die Nachbereitung der ERP Einführung ist unerlässlich

Deswegen ist zielgerichtetes Projektmanagement auch bei einer ERP Einführung unerlässlich und das Budget sollte daraufhin ausgelegt werden, dass für die gesamte Einführung mehr ERP Kosten anfallen könnten als ursprünglich angenommen. Zu den reinen Kosten kommt dann noch der Zeitaufwand hinzu, den die Mitarbeiter investieren, um das System auszusuchen, die Implementierung vorzubereiten – und die sie schließlich in den Schulungen verbringen. Spätestens, wenn die Mitarbeiter geschult sind und das System nutzen, lässt sich der Total Cost of Ownership gut überschlagen. Diesen Gesamtkosten soll nun der Nutzen des ERP Systems gegenübergestellt werden.

Der Nutzen von ERP Systemen

Eine  ERP Software verspricht bei einer sachkundigen und umsichtigen Auswahl und Implementierung einen hohen Nutzen – nur lässt sich dieser nicht so konkret in Worte fassen, wie viele das gerne hätten.

Messbare Faktoren

Ein Beispiel: Ein Onlinehändler hat bisher manuell alle Bestellungen aus dem Onlineshop in die Warenwirtschaft  übertragen und dafür eine Vollzeitkraft beschäftigt. Dank einer neuen ERP Software mit  Schnittstelle zum Onlineshop funktioniert der Übertrag nun automatisch. Die Vollzeitkraft wird für ihre vormalige Tätigkeit nicht mehr benötigt und fortan in der Kundenbetreuung eingesetzt. Dort kümmert sie sich engagiert um unzufriedene Kunden. Diese lassen sich beschwichtigen und kaufen weiter beim Online-Händler ein, was diesem einen Umsatzgewinn beschert, der sich messen lässt.

Das Beispiel zeigt: das ERP System bringt dem Unternehmen einen hohen Nutzen. Dieser lässt sich durch die Umsatzsteigerung sogar in Zahlen festlegen.

Schwer messbare Faktoren

Es gibt aber auch viele Faktoren, die sich nicht direkt oder nur mit erheblichem Aufwand durch Zahlen definieren lassen – beispielsweise, wenn vorher völlig überlastete Mitarbeiter durch die Einführung des neuen Systems weniger Überstunden machen und früher nach Hause gehen. Als Folge sind die Mitarbeiter weniger krank und deutlich zufriedener. Auch die Fluktuation im Unternehmen nimmt ab. Dadurch werden weniger neue Stellen ausgeschrieben, wodurch die Personalabteilung zeitlichen Aufwand und Kosten für Recruiting einsparen kann.
Das Beispiel zeigt, wie tief der Nutzen von ERP Systemen in Unternehmen greifen kann. Wenn all diese Faktoren bestimmt werden und gegen die ERP Implementierung gerechnet werden sollen, ist das eine gewaltige Aufgabe.

Den Return on Invest bestimmen

Tatsächlich bestimmen nach einer Studie von Aberdeen Research von 2009  etwa ein Viertel der Befragten den Return on Invest. Bei einem Teil der Befragten, der als „Klassenbeste“ eingestuft wurde, gaben 58 % an, die Ausgaben für die Software innerhalb von zwei Jahren amortisiert zu haben. Wie detailliert der ROI dabei durchgeführt wurde, ist jedoch nicht bekannt.
Viele ERP Anbieter unterstützen Unternehmen mit einer ROI Tabelle und rechnen vor, nach wie vielen Monaten oder Jahren sich die Software rentiert. Für Unternehmen bietet sich die Chance, auf diese standardisierten Berechnungen zurückzugreifen. Es ist jedoch wesentlich, dabei eigene Faktoren zu ergänzen. Denn natürlich lässt sich Zeit sparen, wenn alle Kunden systematisch in einem CRM System erfasst werden. Die Daten müssen allerdings auch erst einmal dort eingetragen werden – und dies wird, wenn diese nicht automatisiert von einem Online-Shop übermittelt oder über einen Visitenkartenscanner eingelesen werden, auch mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden sein.

Fazit – Wie Sie den ROI Ihrer ERP Einführung bestimmen

Um den Return on Invest für eine ERP Software zu bestimmen, ist es sinnvoll, viele verschiedene Kennzahlen mit einzubeziehen. Eine Berechnung vor der tatsächlichen Einführung ist schwierig, da sich bereits der Total Cost of Ownership oft nur schwer bestimmen lässt. Richtig überprüfen können Sie den Return on Invest eigentlich erst, wenn Monate oder Jahre nach der Einführung der Software der Umsatz um die Summe der ERP Einführung gestiegen ist. Unternehmen müssen dabei jedoch auch prüfen, ob dies durch die Einführung der ERP Software geschehen ist oder ob andere Faktoren eine Rolle dabei gespielt haben – und der Return on Invest eben doch noch nicht erreicht wurde.